Digitaler Einspruch: Ein Interview zu IT-Recht mit Benedikt Kremens

Ius vigilantibus scriptum est: „Das Recht ist für die Wachsamen geschrieben“. So lautet ein Rechtssatz aus dem zweiten Jahrhundert nach Christus. Doch seitdem hat sich viel getan. Auch für Jurist:innen ist die Digitalisierung Alltag und bietet vielerlei Einsatzgebiete. In unserem Interview sprechen wir mit Benedikt Kremens über IT-Recht und wie es ist mit Perconex als Jurist im Digitalen zu arbeiten.

PERCONEX: Wir begrüßen heute Herrn Kremens zum Thema IT-Recht. Zunächst möchte ich mich herzlich bei Ihnen bedanken, dass Sie sich die Zeit dafür genommen haben. Bevor wir zum eigentlichen Thema kommen: Was ist ihr beruflicher Hintergrund?

Benedikt Kremens (BK): Ich habe vor gut zwei Jahren mein zweites Examen abgeschlossen. Ich bin also noch relativ frisch in meiner Tätigkeit als Jurist. Zuerst habe ich nach meinem Examen als Rechtsanwalt gearbeitet, im Zivilrecht. Ich hatte allerdings schon länger den Gedanken, mich zu spezialisieren und bin dann über eine Stelle bei Perconex zum IT-Recht gekommen.

PERCONEX: Wie sind Sie auf die Stelle bei Perconex aufmerksam geworden?

BK:
 Ich hatte die Stelle in einem Jobportal im Internet gefunden. In der Beschreibung ging es um eine Stadt in NRW, die ihre Kommunalverwaltung digitalisieren wollte, um die Leistungen für ihre Bürger:innen digital anzubieten. Und das klang sehr interessant und reizvoll. So bin ich letztlich auf die Stelle aufmerksam geworden.

PERCONEX: Wie empfanden Sie den Bewerbungsprozess bei Perconex?

BK: Ich habe die Stelle relativ kurzfristig gefunden, das war glaube ich gut zwei Wochen vor meinem eigentlichen Dienstantritt. Also das ging recht zügig und unkompliziert über die Bühne.

PERCONEX: Könnten Sie in wenigen Worten beschreiben, wie Ihr Alltag im IT-Recht aussieht und was Ihre größten Herausforderungen sind?

BK: In meinem konkreten Fall war ich für eine Stadt tätig, also bestand meine Tätigkeit in der Regel daraus, einzelne Ämter oder Behörden, die Leistungen digitalisieren, digital anbieten oder Dokumente digitalisieren wollten, Fragen zu beantworten wie z.B. „Was müssen wir beachten? Dürfen wir das überhaupt und was sind rechtliche Ratschläge und Hinweise in dem Bereich?“. Das war das Alltagsgeschäft. Die Herausforderungen sind sehr vielfältig. Ich nehme mal beispielhaft einen Fall der Stadt: Dort gibt es sehr große Aktenbestände, die perspektivisch natürlich digitalisiert werden sollten. Ein Kollege, der auch über Perconex dort beschäftigt war, und ich haben dann zusammen die Digitalisierung des Altaktenbestandes vorangetrieben. Das hat natürlich viel Koordination mit Technikern und Verwaltungsfachleuten erfordert. Also ein größeres Projekt, das wir letztendlich zusammen gestemmt haben.

PERCONEX: Was denken Sie bewegt ein Unternehmen, Positionen im IT-Recht zu schaffen?

BK: Ich denke, vor allem rechtliche Änderungen der letzten Zeit haben dabei sicherlich ihren Beitrag geleistet. Zum Beispiel im Datenschutzrecht, die DSGVO. Da sind verschiedene Möglichkeiten vorgesehen: Einzelpersonen, denen durch Datenschutzverstöße ein potenzieller Schaden entstanden ist, können diesen Schaden einklagen. Auch Bußgelder sind für Datenschutzverstöße vorgesehen. Dadurch wird es für Unternehmen sehr wichtig, darauf zu achten, dass alle datenschutzrechtlichen Regeln eingehalten werden. Gerade vor dem Hintergrund, dass viele Bürger:innen in diesem Bereich deutlich stärker sensibilisiert sind, als sie es vielleicht noch vor 20 oder 30 Jahren waren.

PERCONEX: Was sind die Voraussetzungen, um einen Job im IT-Recht zu bekommen?

BK: Neben dem juristischen Handwerkszeug ist für die Tätigkeit im IT-Recht sicherlich von Vorteil, wenn man sich ein Stück weit für die Technik interessiert, die dahintersteht. Man muss natürlich kein absoluter Technikfreak sein oder Informatik studiert haben, um im IT-Recht beraten zu können. Aber auch für das Juristische, die Subsumtion und Norm ist es manchmal nötig, dass sich ein bisschen damit zu beschäftigen. Ich glaube, wenn man überhaupt keine Affinität dazu hat und einem bei diesen Themen sofort das Grausen kommt, wird man wahrscheinlich auf lange Sicht im IT-Recht nicht glücklich. Das ist vielleicht eine Grundvoraussetzung, die man mitbringen sollte.

PERCONEX:
 Was würden Sie jungen Menschen, die sich auf IT-Recht spezialisieren wollen, mit auf den Weg geben?

BK: Zum einen das, was ich schon angedeutet habe: die Technik. Man sollte sich davon auch nicht abschrecken lassen. Denjenigen, die noch im Studium oder im Referendariat sind und sich vorstellen können in diesem Bereich tätig zu sein, kann ich nur empfehlen, bereits während des Studiums IT-bezogene Angebote zu nutzen. Ich glaube, mittlerweile bietet fast jede Universität entsprechende Schwerpunktbereiche an, damit man bereits im Studium entsprechend Erfahrung sammeln kann. Unabhängig davon: Auch ohne den Hintergrund in einem Schwerpunktbereich IT-Recht kann man sich trotzdem bewerben und sollte keine Scheu haben. Auch als Quereinsteiger kann man sich durchaus damit beschäftigen, wenn man ein gewisses Grundinteresse für das Rechtsgebiet mitbringt.

PERCONEX: Jetzt sind wir auch schon am Ende unseres Interviews angelangt. Herr Kremens, vielen Dank, dass Sie sich die Zeit genommen haben, und ich wünsche Ihnen alles Gute für die Zukunft.

BK: Ich danke Ihnen.

 

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Bild: © NanoStockk – iStock / ID #1300536010

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